Die Existenz von klimapolitisch engagierten Gruppen, die zivilen Ungehorsam propagieren und praktizieren, wird sowohl einzelne Aktivist:innen als auch FFF als organisatorischen Verbund zu einer Positionierung nötigen, die kaum ohne Streit verlaufen dürfte. https://hdl.handle.net/10419/207025. Forderungen nach einem grundlegenden Systemwechsel tauchen allenfalls als pauschale Kritik am Wachstumsfetischismus auf, aber werden nicht mit dem Ruf nach rigorosen Eingriffen in Marktmechanismen oder gar antikapitalistischen Positionen verbunden. Copyright (c) 2002-2017, DuraSpace. Aber solche Schritte werden doch interne Spannungen erzeugen, wenn zum Beispiel Zielkonflikte zwischen schnellen und klaren Entscheidungen einerseits und basisdemokratischen Prinzipien andererseits anstehen. Die Bewegung hat bisherige Herausforderungen gut gemeistert, wird aber voraussichtlich mit mehr interner wie externer Kritik rechnen müssen. climate protection; demonstration; protest movement; mass media, Classification Auch die Proteste gegen den Golfkrieg 1991 wurden zumindest in Deutschland überwiegend von Jugendlichen getragen, darunter viele Gymnasiasten. Faszinosum Fridays for Future Erfolge, Probleme und Herausforderungen Während der ersten neun Monate seiner Existenz hat sich der deutsche Ableger von FFF in erstaunlicher Weise entwickelt und gefestigt. Damit kamen individuelle Motive und Ziele der Bewegung in hohem Maße zur Deckung. Auch wenn entgegen manchen Behauptungen die Praxis des wohl verstandenen zivilen Ungehorsams keineswegs eine Vorstufe zur Protestgewalt darstellt, so markiert sie doch einen qualitativen Schritt, den viele nicht mitzugehen bereit sind, sei es aus prinzipieller Gesetzestreue, sei es aus Furcht vor Sanktionen.

All dies ändert nichts an dem Verdienst von FFF, die überfällige gesamtgesellschaftliche Politisierung der Klimafrage in die Wege geleitet zu haben. Autor/-in: Dieter Rucht für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.deSie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE und des/der Autors/-in teilen.Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen. Risiko, Management und Anpassung, Heuschreckenplage gefährdet Lebensgrundlagen, Interview: Den Landwirten sollte am meisten am Klimaschutz liegen, denn sie spüren die Veränderungen am stärksten, Wetter im Wandel.

Bisher erwies sich die Beschränkung der Themen und Forderungen von FFF auf ein – allerdings breites – Politikfeld als Vorteil, weil sie für ein klares Profil sorgte. und die offensiv gegen die Braunkohleförderung agierende Gruppe Ende Gelände. Der Aufstieg von Fridays for Future wurde durch eine quasi-symbiotische Beziehung zu den Massenmedien begünstigt. Die Bewegung hat bisherige Herausforderungen gut gemeistert, wird aber voraussichtlich mit mehr interner wie externer Kritik rechnen müssen. Das gilt für den charismatischen Aktivisten Xiuhtezcatl Martinez, der 2015 mit 15 Jahren einen Auftritt vor der UN-Versammlung in New York hatte und bald als “Star” der US-amerikanischen Anti-Fracking-Bewegung bezeichnet wurde, wie für Joshua Wong, der 2011 als 14-Jähriger die Hongkonger Bewegung Scholarism gegen die Einführung des ideologisch gefärbten Schulfachs zur “moralischen und nationalen Erziehung” mitinitiierte, 2014 zu einem Wortführer der Regenbogenproteste wurde und heute als wichtiger Protagonist der Demokratiebewegung in Hongkong auftritt. Vermutlich kommt die Friedensbewegung in der Bundesrepublik in der ersten Hälfte der 1980er Jahre dem Profil von FFF am nächsten. Inspiriert durch Thunberg hatte die 13-jährige Alexandria Villaseñor ab Mitte Dezember 2018 freitags vor dem Sitz der Vereinten Nationen in New York für den Klimaschutz protestiert, war aber mit dieser Aktion monatelang allein geblieben. Begeisterung und damit verbundene Opferbereitschaft sind nur für einen relativ kleinen Kreis auf Dauer zu stellen. Diese Reaktion ist nur durch die Kombination einer Reihe von Faktoren zu erklären. Zu einem weiteren Problem kann sich auch die inhaltliche Ausrichtung entwickeln. Auch der Sachverhalt, dass einzelne Journalist:innen sich vehement gegen den medialen Mainstream stellen und Greta Thunberg scharf attackieren, ist mit der Medienlogik völlig kompatibel, kann man doch individuelle Sichtbarkeit erlangen, indem man gegen den Strom schwimmt. Die etablierte Politik, allen voran die Bundeskanzlerin, zollte der Bewegung Respekt und begrüßte den durch FFF erzeugten Handlungsdruck. Der hohe Zeit- und Energieeinsatz, den ein Kern von Basisaktivist:innen derzeit zu leisten bereit ist, kann schnell zu einem Burnout führen, den größere Organisationen durch eine professionalisierte und bezahlte Mitarbeit auffangen. den Massenmedien begünstigt.

Davon profitieren Protestbewegungen, die teilweise öffentliche Auftritte mediengerecht inszenieren, um Sichtbarkeit zu erlangen.

Die jugendliche Trägerschaft von FFF hat auch eine Kehrseite: Jugendliche neigen zu Formen des situativen Engagements. Dies zeigt auch eine Befragung von Teilnehmer:innen an FFF-Protesten.

Die Beschlüsse des “Klimakabinetts” vom September 2019 blieben weit hinter den Erwartungen zurück und könnten deshalb FFF weitere Schubkraft verleihen. Die Bewegung hat bisherige Herausforderungen gut gemeistert, wird aber voraussichtlich mit mehr interner wie externer Kritik rechnen müssen. Beispielhaft dafür stehen in Deutschland Sitzblockaden gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen in der ersten Hälfte der 1980er Jahre sowie die Platzbesetzungen in Wyhl 1975 und im Hambacher Forst 2018.

Wie der Klimawandel unser Wetter der Zukunft beeinflusst. Probleme und Herausforderungen zeichnen sich in mehrfacher Hinsicht ab: Bezogen auf seine Organisation und interne Verfassung wird FFF kaum umhinkommen, sein Stadium der Informalität und Improvisation ein Stück weit zu überwinden und sich stärker zu strukturieren. Faszinosum Fridays for Future Seit ihren ersten größeren Demonstrationen – in Deutschland ab Januar 2019 – erfährt die klimapolitische Bewegung Fridays for Future (FFF) nicht nur eine außergewöhnliche Beachtung, sondern auch eine überwiegend positive Resonanz. Nicht unbeeinflusst von Inhalten, Trägern, Zahl der Beteiligten und dem Verhalten der Ordnungskräfte verspricht ziviler Ungehorsam mediale Aufmerksamkeit, kann aber, im Unterschied zur Protestgewalt, bei Teilen der etablierten Medien wie auch in der Bevölkerung durchaus Verständnis oder gar ausdrückliche Billigung finden. All dies machte die Klimafrage zu einem Großthema.