Beides stimmt, aber im Fall von Lars Koch ist es so, dass ein Terrorist das Leben der Menschen, die getötet werden, leider unwiederbringlich als Geisel genommen hat. Menschen sind keine Gegenstände. Aktuelle Nachrichten und Hintergründe aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport - aus Hamburg, Deutschland und der Welt. Erstens, wäre es ethisch und rechtlich im Rahmen des Grundgesetzes vertretbar, dem Soldat den Befehl zu geben, die Maschine abzuschießen? Er setzte sich in dieser Situation über die Befehle seiner Vorgesetzten hinweg und traf nach seiner Abwägung eine eigene Entscheidung. Es ist für den Rechtsstaat auch weder sinnvoll, noch notwendig, hier eine allgemeine Regelung zu treffen. Lars Koch soll ein Lufthansa Flugzeug, welches mit islamistischem Hintergrund auf dem Weg von Berlin nach München entführt wurde, entgegen des nicht gegebenen Schießbefehls des Verteidigungsministers abgeschossen haben. Zwischen Lars Koch und den Personen im Stadion habe kein Näheverhältnis geherrscht, weshalb er durch das Gesetz nicht geschützt ist. Hätte er die entführte Maschine weiterfliegen lassen, wären mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Zehntausende Menschen ums Leben gekommen. Das Flugzeug war in der Gewalt eines Terroristen, der es auf die ebenfalls voll besetzte Allianz Arena in München stürzen lassen wollte. Lars Koch entschließt sich in dieser Situation, alle 164 Passagiere zu töten. Das sind in diesem Fall der ehemalige Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU), der ehemalige Kampfjet-Pilot Thomas Wassmann, Ex-Innenminister Gerhart Baum (FDP) und die Theologin Petra Bahr. In den bislang vier aufgeführten Theaterstücken wurde der Kampfpilot jedes Mal verurteilt. Ihr Leben ist nicht in Zahlen zu messen. Meine Meinung ist: Ja. Sie haben Javascript für Ihren Browser deaktiviert. Kants „Mensch-Zweck-Formel“. Seine juristischen Argumente stimmen, aber ich berufe mich auf das, was er am Ende schreibt: Es war ein Film. Es kommt darauf an, was er wusste, als er die Entscheidung traf. In Österreich, wo das Gerichts-Drama zeitgleich ausgestrahlt wurde, befanden 86,9 Prozent den Kampfpiloten Lars Koch für nicht schuldig. Es geht darum, einen sonst nicht anders zu stoppenden Massenmord zu verhindern.

„Ihr oberstes Prinzip, die Würde des Menschen, ist zwar eine Erfindung, das macht sie aber nicht weniger schützenswert. Na, da hat es der öffentlich-rechtliche Rundfunk mal geschafft, einen unterhaltsamen Film auszustrahlen. Jetzt könnte man einwenden: Jeder Mensch stirbt irgendwann, so dass es dann bei allen theoretisch egal wäre, und selbst wenn die verbleibende Lebenszeit eine Rolle spielt, muss man sie nicht auf eigene Faust verkürzen. Hätte der Pilot also nichts gemacht (b), dann wären durch YX+Z Leute gerettet worden, sein Eingreifen dagegen verdammte XY Leute zu tode. Einen Massenmord zu stoppen ist was anderes als einen unschuldigen Menschen zu töten, um seine Organe an 10 Menschen zu verteilen. Die Gegenargumente, die gebracht werden, lauten in etwa so: – Man kann kein Leben gegen ein anderes ausspielen. Registrieren Sie sich kostenlos für Leserkommentare, Newsletter und exklusive Abo-Inhalte. Zwingen sollte man einen Piloten nicht, aber wie ich schon sagte, anhand der Extremsituation ist eine Strafe auch unangebracht. Etwas schwerer zu widerlegen ist das Argument mit der Ermordung von gesunden Menschen, um mit ihren Organen andere Menschen zu retten. Ihre Würde, ihre unveräußerlichen Rechte, ihr ganzes Menschsein wurde missachtet. Nun also sitzt Lars Koch auf der Anklagebank. „Dieses Gericht hält es jedenfalls für falsch, Leben gegen Leben, gleich in welcher Zahl, abzuwägen“. Es handelt sich ja um eine absolute Ausnahmesituation, die den Alltag kaum berührt. Das TV-Spiel mit Martina Gedeck, Burghart Klaußner, Florian David Fitz und Lars Eidinger entstand auf der Basis eines Stücks des Autors Ferdinand von Schirach, das bereits mehr als 400 Mal im Theater aufgeführt wurde.