Auch in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen bei Oldenburg stieg die Sterberate beträchtlich - von zehn Prozent im Jahr 1939 auf 31 Prozent 1945, wie der Oldenburger Historiker Ingo Harms herausgefunden hat. Neben fortschrittlichen Methoden wie der Arbeitstherapie für die psychiatrischen Patienten und einer sonderpädagogischen Betreuung für die als "schwer erziehbar" geltenden "Fürsorgezöglinge" sowie der konsequenten Beschulung mit der Möglichkeit der Erlangung von Schulabschlüssen und Berufsqualifikationen für beide Klientengruppen fanden auch gewaltgeprägte Maßnahmen, etwa Fixierungen, "Dauerbäder" in kaltem Wasser und die sog. In vielen Heil- und Pflegeanstalten werden sogenannte Kinderfachabteilungen eingerichtet, in denen behinderte Kinder zu medizinischen Versuchen missbraucht werden, die mit dem Tod enden. mehr, Nach der Wiedervereinigung wird die Umweltverschmutzung durch giftige Altlasten in der DDR publik - wie etwa beim KKW Lubmin oder einer Deponie bei Pasewalk. Euthanasie in Schleswig-Holstein. Die Insassen wurden in der Regel im Verlauf des "normalen" Anstaltsgeschehens getötet, sodass die Sterbefälle den äußeren Anschein klinisch korrekter Vorgänge erweckten.
Eigentlich bezeichnet der aus dem Griechischen stammende Begriff "Euthanasie" schmerzloses Sterben - etwa durch Medikamentengabe an Todkranke.
"Euthanasie"-Ermächtigung Adolf Hitlers, Oktober 1939. Götz Aly hat in seinem neuen Buch „Die Belasteten“ dieses Verbrechen untersucht. Umso verdienstvoller ist der zu besprechende Austellungskatalog Der Hesterberg, der sechs Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten der Geschichte und Gegenwart der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig enthält. An Hand dieser Beispiele macht der Aufsatz von Godau-Schüttke deutlich, daß neben ideologischen auch personelle Kontinuitäten des Nationalsozialismus einen demokratischen Neubeginn - freilich nicht nur in Schleswig-Holstein - konterkarierten. Es folgt eine detailreiche Darstellung der Gründungsgeschichte der Schleswiger Anstalt.
Der Akens unterstützt seit 2005/2006 Aktivitäten zur Verlegung von... (Veröffentlichungen des Schleswig-Holsteinischen Landesarchivs, Band 56)Schleswig 1997, 157 S. Die Psychiatrie im Nationalsozialismus gehört zu dem Teil der NS-Medizin, der als relativ gut untersucht gelten kann. 500 Kinder und Jugendliche im Jahre 1923 wurde durch großzügige räumliche und personelle Erweiterungen Rechnung getragen.
Folglich stieg seit Ende 1941 die Mortalität in der Hesterberger Anstalt signifikant an; die Kinder starben vorwiegend in Folge pflegerischer und therapeutischer Nichtversorgung somatischer Erkrankungen, wie die Autorin an Einzelschicksalen belegt. Insgesamt sterben im Rahmen der Krankenmorde rund 200.000 Menschen. Junge Bewohner einer norddeutschen "Kinderfachabteilung" während der NS-Zeit - Tausende überlebten ihren Autenthalt in einer der vielen Einrichtungen nicht. Leider werden die Gründe für diese erstaunlich späte Optimierung der Klinik nicht dargelegt. Die Ausstellung zur Geschichte der Hesterberger Kinder- und Jugendpsychiatrie wird 1998 als Wanderausstellung in verschiedenen Orten Schleswig-Holsteins zu sehen sein. Der Frage 216 verstorbene Kinder der Kinderfachabteilung Schleswig - Tötung, Verwahrlosung oder 'natürlicher Tod'? Der den Beitrag abschließenden Darstellung der Schleswiger "Kinderfachabteilung" vorangestellt ist ein kurzer Abriß der geistes- und realgeschichtlichen Entwicklung von der Eugenik zur NS-"Euthanasie".
Die letzten zwei Beiträge gelten der Gegenwart der Schleswiger Fachklinik. Oktober bis 2. Der notwendige Hinweis auf die erschreckenden inhaltlichen Parallelen von Eugenik bzw. Nachdem sie 2014 im Deutschen Bundestag unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet wurde, war sie national und international an mehr als 30 Standorten zu sehen.