Nach wie vor ist ihr Ziel eine Politik, die die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius begrenzt. Ihre eigene Generation sprach Thunberg in dreifacher Rolle an: als verletzlich wirkende junge Person, als Schülerin, die sich der Schulpflicht im Namen eines höheren Zieles verweigert, und als kompromisslose Mahnerin, die allen Erwachsenen ins Gewissen redet. Zum Dritten erstaunte sie durch die paradoxe Verbindung eines kindlichen Erscheinungsbilds mit einem selbstbewussten, aber nicht selbstverliebten Auftreten. Für jede dieser Deutungen ließen sich vereinzelte Belege beibringen. Dieser Freitag hat gezeigt, dass die Bewegung dazu gelernt hat. Fridays for Future (im Weiteren F4F) muss man nicht mehr vorstellen. Eigentlich sollten wir aus den letzten Monaten lernen und es jetzt besser machen.“, Einer bindet noch seine Schnürsenkel, dann müssen sie los. Die Bewegung ist jetzt leiser, aber nicht weniger entschlossen. Immerhin ist die Kampagne in vielen Ländern präsent und ihre Vertreterinnen – allen voran Greta Thunberg – sprechen auf nationalen und internationalen Konferenzen; sie kann bei herausgehobenen Anlässen allein in Deutschland mehrere Hunderttausend Teilnehmer auf die Straße bringen; sie hat eine außerordentliche Medienpräsenz erlangt, ein sehr erfolgreiches Agenda-Setting betrieben und wird von einer breiten Welle der Sympathie getragen.
Die Pandemie und der Rattenschwanz, den sie nach sich zieht, versetzt nicht wenige in existenzielle Ängste, während der Klimawandel und dessen Konsequenzen für viele noch in weiter Ferne scheint. Im Unterschied zu vielen anderen Bewegungen widerstand sie der Gefahr, sich thematisch zu verzetteln und letztlich zu lähmen. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Ob sie mitsingt, ist nur schwer erkennbar – wie alle anderen Teilnehmer trägt auch sie eine Maske. Dieses Jahr hat einmal mehr verdeutlicht, dass alles mit allem zusammenhängt, das Bühnenprogramm des ersten Klimastreiks seit der Pandemie spiegelt das wieder. Zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) ermöglicht es die OBS, dass die Ergebnisse einer europäischen Studie über „Profil, Entstehung und Perspektiven der Protestbewegung“ für Deutschland veröffentlicht werden.
Moritz und seine Freunde, allesamt Studenten an der Freien Universität Berlin, finden schon. Mehr Zugriff?
Die Bewegung will damit auch zeigen, dass sie auch während der Pandemie aktiv ist. Erschienen am 19.
Download. Erschienen am 19. Zeitgleich entwickelte sich ausgehend vom sogenannten Dieselskandal eine grundsätzliche Debatte um die Verkehrspolitik, die Besteuerung unterschiedlicher Energieträger und die Förderung energietechnischer Innovationen, die ebenfalls Brückenschläge zur Klimaschutzpolitik und Klimabewegung erlaubte. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Dazu beigetragen haben Befunde und Warnungen des Weltklimarats und nationaler Forschungseinrichtungen, enttäuschte Erwartungen an frühere Klimakonferenzen (insbesondere Kopenhagen 2009), der globale Durchbruch auf der Pariser Klimakonferenz von 2015, aber auch die Leugnung des Klimawandels durch US-Präsident Trump und seine Entscheidung, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen – eine Position, die von mehreren rechtspopulistischen Parteien, so auch der AfD, geteilt wird. Ihre Botschaft: „Nur eine gute Klima- und Sozialpolitik sorgen dafür, dass ich irgendwann weniger zu tun habe.“, Dabei sind wir noch am Ende einer Eiszeit. Wie das zu erfolgen hat, bleibt der Politik überlassen. VON JOHANNA JÜRGENS am 25. Sie hat gerade Abi gemacht. Diese politische Kampagne ist in mehrfacher Hinsicht erstaunlich. Auf der Agenda steht nicht mehr „nur“ das Klima, es geht viel um soziale Ungerechtigkeit und Rassismus. Sommer, Moritz (2019): Blame Shifting in Times of Permanent Austerity – Evidence from Spain and Greece in the Eurozone Crisis. Generell gilt: Pro Artikel ist pro Nutzer ein Kommentar und eine Replik auf einen anderen Leserkommentar erlaubt. „Fridays for Future“ hat inzwischen hunderttausende, meist jüngere Menschen, mobilisiert, Greta Thunberg ist zu einem weltweiten „Medienstar“ geworden, die Protestbewegung bestimmt die Agenda der Politik. Neben der kleinen Kerngruppe, die mit Luisa Neubauer immerhin eine organisationserfahrene Person aufweist, entstanden im deutschen Netzwerk schon früh sich selbst rekrutierende und arbeitsteilig vorgehende Organisationsteams auf nationaler und teilweise auch auf lokaler Ebene. Internationale Politik 4, Juli/ August 2019, S. 121-125. Die Kampagne bietet einfache und resonanzfähige Elemente eines kompletten Framing-Pakets. Die Bewegung hat Federn gelassen, doch das ist kein Wunder: Schulstreik ohne Schule, Demo ohne Massen, eine andere Krise dominiert die Debatte – den Aktivisten fehlte in den vergangenen Monaten jegliche Grundlage. Auf kritische Fragen von Journalisten reagiert sie schnippisch. Composition, mobilization and motives of the participants in Fridays For Future climate protests on 20-27 September, 2019, in 19 cities around the world (Download, 9 MB) Ergebnisse der Studie sind auch in den Blogbeitrag Fridays for Future – Zwischenbilanz eines Höhenflugs von Dieter Rucht und Moritz Sommer geflossen. Fridays for Future Eine neue Protestgeneration? Wahrscheinlich steigert ein derartiges Engagement in jungen Jahren das generelle Interesse an gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen und wirkt sich auf das spätere Engagement aus.